Dieses Schreiben von Herrn. Dr. Putz, Regenwaldladen erreichte uns gestern, 24.06.2020:

Liebe Kundinnen und Kunden,

soeben ist eine größere Lieferung aus Brasilien angekommen. Die letzte, die Brasilien vor den Corona-Lockdowns noch verlassen konnte und die vorerst letzte, die für die Sammler und für die involvierten Arbeiter/Innen ein nenneswertes Einkommen brachte. Seit drei Monaten steht nun alles still. Lediglich in den Wäldern wird noch gesammelt, obwohl auch in deren Abgeschiedenheit Corona mittlerweile zunehmend eine große Rolle spielt. Leider können auch die Sammler derzeit kein Einkommen erzielen, da im städtischen Umfeld alles ruht und keine Nachfrage für die Produkte da ist - weder aus Brasilien selbst, noch von uns. Die wirtschaftliche Situation unserer Partner am Amazonas wird zunehmend prekärer, da das vormals sichere Einkommen aus der nachhaltigen Waldnutzung weggebrochen ist. Was in Coronazeiten trotzdem floriert und von Seiten der Regierung fatalerweise auch gefördert wird, ist die Abholzung der Wälder und der Verkauf der Edelhölzer. In der existentiellen Not haben die Menschen keine Wahl mehr - sie treibt sie dazu, auch wider besseren Wissens - auf diesen Zug aufzuspringen. Seit Beginn der Corona-Krise hat sich die Abholzungsrate am Amazonas vervielfacht und es besteht die große Gefahr, dass ein Gutteil unserer in mittlerweile fast 20 Jahren erarbeiteten und erzielten Erfolge in einer nachhaltigen und waldschonenden Waldnutzung verloren gehen, weil sich die Menschen in ihrer Not durch die Abholzung um die eigene Lebens-grundlage gebracht haben. Und letztlich sind die Regenwälder am Amazonas auch unsere Lebensgrundlage.